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Interview mit Robin Bieling vom Sesmaroglo Kids e.V.

Interview mit Robin Bieling von Sesmaroglo Kids e.V.

Wir haben Robin Bieling, den Initiator des Sesmaroglo Kids e.V., um ein kleines Interview für unseren Blog gebeten. Sein Verein setzt sich mit Engagement und Herz für die Verbesserung der Lebenssituation von Kindern auf der Welt ein. Wir konnten das Projekt bereits mit einer Spende unterstützen.

Fünf Fragen haben wir Robin als Orientierung gegeben – entstanden ist ein toller Beitrag über die Entstehung, die Arbeit und die Zukunft vom Sesmaroglo Kids e.V. Viel Spaß beim Lesen!

Wie ist euer Verein/Idee entstanden?

Im Jahr 2012 ging es für mich nach meinem Abitur das erste Mal nach Afrika. Ich reiste nach Ghana, um hier als Volontär an verschiedenen Projekten mit (Straßen)-Kindern mitzuwirken. Den Großteil dieser Zeit arbeitete ich in einer Organisation für Straßenkinder im Herzen Accras. Hier planten und veranstalteten wir nahezu alle zwei Wochen Freizeit-Aktionen für die Straßenkinder, bei denen sie ihre Sorgen für einen kurzen Moment vergessen konnten. Zudem baten wir Kurse zum Lesen, Schreiben und Rechnen an. Täglich ging es dazu in eine nahegelegene Schule, deren Klassenräume wir nach Schulschluss nutzen konnten. Das bunte und chaotische Treiben in den Klassenräumen werde ich nie vergessen. Ebenso wenig wie die Dankbarkeit der Kids, für das kleine Bisschen Zeit der Aufmerksamkeit und Abwechslung zu ihrem oft so harten, arbeitsreichen Alltag.

Die andere Hälfte meiner Zeit in Accra habe ich in einer kleinen Vorschule verbracht. Hier waren insgesamt etwa 40 Kinder im Alter von einem bis fünf Jahren, die natürlich alle ganz unterschiedlich betreut und unterrichtet werden mussten. Gemeinsam mit der Schulleiterin haben wir vor Ort viel umstrukturiert und neue Ideen entwickelt, wie man auch temperamentvolle afrikanische Kids ohne Gewalt erziehen kann. Es war toll, Erfolge zu sehen und mitzubekommen, wie nicht nur die Lehrer die Tipps dankbar angenommen haben, sondern auch alle Kinder mitgemacht haben. Es war eine sehr intensive Zeit, die mir deutlich gemacht hat, dass man mit starkem Willen, Liebe und schon einem kleinen Einsatz, sehr viel für die Kinder bezwecken kann. Man muss nicht auf Wunder warten, sondern kann selbst dazu beitragen, die Welt ein kleines Stückchen besser zu machen. You just need to start! 🙂 

Zurück in Deutschland konnte ich mit all diesen Erlebnissen nur schwer abschließen. Warum nicht auch von Zuhause aus etwas Gutes für die Kinder tun? Also habe ich angefangen, im Freundes- und Familienkreis Spenden zu sammeln. Nach kurzer Zeit war dadurch schon so viel zusammengekommen, sodass ich für die Vorschule einen weiteren Klassenraum mit neuen Tischen und Stühlen ausstatten, ein Krankenzimmer errichten und neue Spielgeräte bauen lassen konnte. Gestärkt durch diese Erfolge habe ich mich mit den Menschen, die ich dabei dafür begeistern konnte zusammengeschlossen und gemeinsam an dem Projekt „Vereinsgründung“ gearbeitet. Daraus wuchs der Verein Sesmaroglo Kids e.V. heran, dessen Name sich aus unserem Leitsatz und unserer Vision zusammensetzt: „SEnd a SMile AROund the GLObe“.

Was ist bisher geschehen, was lief gut, was schlecht?

Seit wir den Verein 2014 offiziell eingetragen haben, ist eine Menge passiert. Waren wir am Anfang nur sieben Vereinsmitglieder, sind es mittlerweile über 60 Personen. Zu Beginn haben wir im kleinen Kreis Spenden gesammelt und hatten als Ziel, damit ein neues Gebäude für die Vorschule zu errichten, an der ich gearbeitet habe. Es zeigte sich jedoch, dass wir vor Ort in Ghana nicht so leicht eine Trägerorganisation finden konnten, weshalb wir uns vorerst von diesem Projekt verabschieden mussten. Dieser kleine Rückschlag hat uns allerdings nur gestärkt und dafür gesorgt, dass wir uns und unsere Ziele neu sortieren mussten. Um von Deutschland aus effizient und professionell Entwicklungszusammenarbeit betreiben zu können, braucht man ein Partnernetzwerk über die Welt verteilt, um gemeinsame Kompetenzen nutzen und sich gegenseitig unterstützen zu können. Durch intensive Recherche und zahlreiche Gespräche fanden wir dann mit einer ghanaischen NGO, die auch von Deutschland aus arbeitet, einen neuen Partner für ein gemeinsames Projekt.

Zusammen erarbeiteten wir ein Konzept für eine Schule in Kombination mit einem Waisenheim für Straßenkinder. Dieses Projekt bekam den Namen „Farm of Hope“ und entwickelte sich in den letzten drei Jahren zu unserem aktuellen Hauptprojekt. Nach einer langen Planungsphase, der Suche nach einem geeigneten Grundstück und vielen Gesprächen, konnten wir 2016 den ersten Spatenstich für den Bau setzen. Um dieses Gemeinschaftsprojekt besser stemmen zu können, haben wir uns innerhalb des Partnernetzwerkes eigene Teilbereiche geschaffen. So sind wir als Sesmaroglo Kids e.V. für den Bau des Waisenheims zuständig. In den letzten zwei Jahren konnten wir durch Spenden bereits das komplette Fundament des etwa 300qm großen Gebäudes sowie die ersten sechs Schlafräume und Sanitäranlagen errichten. Da wir den Bau ausschließlich mit lokalen Handwerkern realisieren, setzen wir uns immer wieder kleine Bauphasen, die wir einige Monate vorher festlegen. Für diese wird dann ganz genau definiert, was erreicht werden soll und mit welchen Kosten dies verbunden ist. So ist es für uns so auch aus der Ferne leichter, die Bauphasen zu kontrollieren und nachzuvollziehen.

Unser lokaler Partner hält zudem vor Ort ein Auge auf die Baufortschritte. Spätestens bei solch einem Projekt trifft die afrikanische Gemütlichkeit auf die deutsche Ordnung und man muss lernen, damit umzugehen. Doch durch die gemeinsame Arbeit mit unserem Partnernetzwerk konnten wir das Projekt in den letzten Jahren gut vorantreiben und blicken positiv in die Zukunft!

Kinder im Klassenzimmer

Wie soll es weitergehen?

Aktuell ist unsere Priorität, den Bau des Wohngebäudes fertigzustellen. Hierzu fehlen noch etwa 20.000 €, die wir durch Spenden, Mitgliedsbeiträge und Teilnahme an Veranstaltungen versuchen zu sammeln. Das Schöne an der Vereinsarbeit ist, dass es so viele Menschen gibt, die sich einbringen und dadurch immer wieder neue Ideen entstehen. Es gibt sehr viele Aktionen die wir hier in Deutschland auf die Beine stellen, um auf uns, unsere Arbeit und vor allem unsere Projekte aufmerksam zu machen. Das bedeutet auf der einen Seite viel Arbeit, auf der anderen Seite aber auch, dass wir von Jahr zu Jahr mehr Menschen dazu animieren können, sich für andere einzusetzen.

Gemeinsam mit unseren Partnern erarbeiten wir weitere Konzepte und Ideen, wie wir das Projekt „Farm of Hope“ noch erweitern können. Es entstehen derzeit Pläne und Kalkulationen für eine Krankenstation, Werkstätten und ein Volontärhaus. Parallel dazu stecken wir in dem Prozess, unser Wohngebäude so fertigzustellen, dass es die Vorgaben der örtlichen Behörden erfüllt und wir nach einer Prüfung das Zertifikat für ein anerkannten Waisenheim bekommen. Außerdem wird verstärkt an der Umsetzung und Inbetriebnahme des Wohngebäudes gearbeitet. Hier haben wir einen starken Partner vor Ort in Ghana, der sich für das Wohl von Straßenkindern in einsetzt. Gemeinsam entwickeln wir einen Weg, Straßenkinder auszuwählen und den Zugang zum Wohngebäude mit der nebenstehenden Schule zu ermöglichen. Das alles muss sorgfältig überlegt, geplant und mit den örtlichen Behörden abgestimmt werden.

Wie sieht eine bessere Welt für dich aus?

Eine bessere Welt wäre für mich, wenn sich alle Menschen ein bisschen mehr um das Wohl ihrer Mitmenschen kümmern würden. Wir alle wissen, dass es überall auf der Welt Probleme gibt und Hilfe weltweit nötigt ist. Um das zu erkennen, muss man nicht erst an das andere Ende der Welt fliegen. Aber man darf vor den Problemen nicht die Augen verschließen oder denken, dass man daran sowieso nichts ändern kann. Jeder von uns kann etwas tun, wenn man es einfach nur möchte. Es muss dabei nicht immer um Geld gehen. Allein die Tatsache, anderen Menschen Zeit zu schenken, ihnen zu helfen, für sie da zu sein und zuzuhören, kann oft schon mehr bezwecken, als wir es uns vorstellen können.

Ich finde es einfach wichtig, dass jede/r (!) für sich lernt, dass jede/r es schaffen kann, die Welt ein kleines Stückchen besser zu machen. Wenn wir alle gemeinsam daran arbeiten, dann können wir Großes bewegen.

„Be the change you want to see in the world“ & “Send a smile around the globe!” 

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